Kryptowährungs Sommerloch
Das Ende oder nur ein Sommerloch? Was gerade mit Kryptowährungen passiert.

Sommerloch:
Warum Bitcoin und Ethereum in einem Trott feststecken

Die Platzhirsche der Kryptowährungen haben sich noch nicht von dem Marktcrash im Mai erholt. Heute will ich ein paar der Gründ, warum BTC und ETH irgendwie feststecken, mal etwas darstellen.

In Kürze

    • Bitcoin und Ether befinden sich seit Mai irgendwie in einem stetigen Seitwärts bzw. sogar Abwärtstrend.
    • Es ist mehr als nur „FUD“ (Fear, Uncertainty and Doubt, also Angst, Ungewissheit und Zweifel) was die Top-Coins in gefühlt endlosen Abwärtsstrom hält.

Noch im April war Bitcoin auf einem neuen Allzeithoch um die $63,000. Dann, im Laufe von ein paar Tagen Mitte Mai, brach der gesamte Kryptomarkt zusammen. Der Preis von Bitcoin sank um $20.000 und wenn BTC im Wert sinkt, zieht dies den gesamten Markt mit sich. Ethereum verlor fast die Hälfte seines Wertes und stürzte von einem Allzeithoch von $4.356 auf knapp über $2.100. Und die globale Krypto-Marktkapitalisierung halbierte sich von $2,5 Billionen auf $1,2 Billionen.

„Just BTFD!“ (also „Buy The Fucking Dip“) riefen Krypto-Enthusiasten zu Beginn des Einbruchs – aber rund zwei Monate später haben sich Bitcoin und Ethereum immer noch nicht wirklich erholt. Warum?
Seit dem 1. Mai ist Bitcoin um 43% und ETH um 33% gefallen, laut dem Preisindex CoinGecko. Die ersten zwei Wochen im Juli haben nicht viel Erleichterung gebracht: Bitcoin ist um weitere 8% und ETH um ganze 14% gesunken. 🥲

Aber was hält die Nr. 1 und Nr. 2 der Kryptowährungen in dieser Flaute?
Hier ist ein Blick auf einige der größten beitragenden Faktoren hinter dem Dip, und warum die Dinge sich noch nicht stabilisieren konnten.

Die Szene macht Schluss mit Elon

Anfang 2020 wurde Elon Musk so etwas wie eine prominente Leitfigur, ja fast ein Held, für die Krypto-Gemeinde, als seine Elektroauto-Firma Tesla $1.5 Milliarden in Bitcoin zu seiner Schatzkammer hinzufügte und ankündigte, Bitcoin als Bezahlung für neue Fahrzeuge zu akzeptieren.
Aber nur drei Monate später schwenkte Musk um und twitterte am 12. Mai, dass Tesla Bitcoin nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptieren würde, aufgrund von Bedenken über die übergroßen Umweltauswirkungen des Assets. Was ihm eigentlich auch vorher schon gewesen sein muss. Niemand würde so viel Geld in etwas investieren, ohne sich vorher ausgiebig informieren, oder? 

Bitcoin hashing (aka mining) energy usage is starting to exceed that of medium-sized countries. Almost impossible for small hashers to succeed without those massive economies of scale.

Elon Musk (@elonmusk) May 20, 2021

Jaja, blabla… was für eine Überraschung für den Elon! 

Musks Tweets über den ökologischen Fußabdruck von Bitcoin trugen aber auf jeden Fall zum Absturz bei und Bitcoin fiel allein an diesem Tag um ganze 15%. 📉

Klar, Bitcoin ist ein hochspekulativer, von Influencern und den Medien beeinflusster Markt und mit fast 60 Millionen Anhängern, äh Followern, auf Twitter kann Elon offensichtlich einiges bewegen.

Danach hat er Dogecoin über Bitcoin gestellt, wobei Dogecoin eigentlich nur eine nicht ernst gemeinte Parodie auf Bitcoin ist (oder war?) aber auch gesagt, Tesla würde Bitcoin wieder akzeptieren, wenn 50% des globalen Minings erneuerbare Energie verwendet.
Ein Beleg dafür könnte sein, dass Tesla bisher nicht seine gesamten Bitcoins wieder verkauft hat, sondern „nur“ etwa 300 Millionen Dollar.

Aber der Influencer-Entrepreneur hat auch durchaus auf ein interessantes Problem hingewiesen. Bitcoin ist nämlich gar nicht so dezentralisiert, wie es sein sollte oder will, da ein Großteil des globalen Minings in China stattfindet oder stattgefunden hat. Denn auch das ändert sich gerade, was mich zum nächsten Punkt bringt:

Krypto Mining in China

Umweltprobleme und die (zugegebenermaßen, zu Recht) andauernde Diskussion rund um den Energieverbrauch des Bitcoin-Mining führten dazu, dass China Anfang des Jahres verschärft gegen Miner vorgegangen ist und sie tatsächlich des Landes verwiesen hat.

China hat versprochen, seine Kohlenstoffemissionen zu Schritt für Schritt zu reduzieren (sie wollen bis 2060 „Kohlenstoffneutral“ sein – WOW!! Wenn das mal nicht zu spät ist… 🤷🏼‍♂️)

Mehrere chinesische Provinzen haben daraufhin Restriktionen für die „Mining-Industrie“ durchgesetzt. Viele der großen Miner, die einen großen Teil der nötigen Rechenleistung hinter Bitcoin stellen, verlassen seitdem das Land oder haben es schon verlassen.

Dabei war China jahrelang the place to be für Krypto Miner!

Dank günstiger Energie durch eine reichhaltiges Angebots an billiger Kohle und Wasserkraft hat China die globale Mining-Industrie in den letzten zehn Jahren dominiert. Einige chinesische „Mining-Pools“ (Das sind große Ansammlungen von Computern und Servern, die ihre Ressourcen bündeln für mehr Rechenleistung) verloren mehr als ein Drittel ihrer Energie, nachdem die Regierung von Sichuan (eine chinesische Provinz, die im Südwesten des Landes) die Energieversorgung der lokalen Miner abgeschnitten hatte. 

Auch, wenn China schon seit Jaaaahren gegen Kryptowährungen und Miner vorgeht. Die diesjährige Kampagne gegen Miner ist einer der Hauptgründe, warum die globale Hashrate weiter gesunken ist.

Umweltbedenken gegenüber Proof of Work, schlechte Presse und Hacker Angriffe

Musk und China sind nicht die einzigen, der sich Sorgen um die Umweltauswirkungen von Proof-of-Work-Blockchains machen. Dieses Problem ist im letzten Jahr stark in den Vordergrund getreten und hat sich sowohl auf Ethereum als auch auf Bitcoin ausgewirkt. Wobei Ethereum bereits dabei ist, dies zu ändern, indem die Blockchain im Augenblick durch das EIP-1559-Update auf Proof-of-Stake umstellt – wie hier etwas beschrieben.

Noch mehr schlechte PR für Bitcoin und Co.
gibt es in Form von Ransomware-Angriffen, bei denen Hacker häufig Krypto als Werkzeug zur Erpressung verwenden. Bietet sich zugegebener Maßen auch an, eben weil es so schön anonym ist. 😶‍🌫️

Die jüngsten hochkarätigen Hackerangriffe auf die Colonial Pipeline und JBS, einem Fleischlieferanten, haben Lieferketten unterbrochen und zu Gas- und Fleischknappheit in USA geführt. Angeblich haben Hacker-Gangs wie REvil und DarkSide dieses Jahr bereits 33 Millionen Dollar in Bitcoin erbeuted.

Jeff Dorman, CIO der Krypto-Firma Arca, sagte in einem Interview mit Decrypt, dass es unwahrscheinlich ist, dass Bitcoin ohne einenneuen positiven Katalysator“ – also einfach positive Nachrichten, die die schlechten Presse mal wieder unterbrechen – nicht weiter steigen wird.

Er sagt, dass der Preis von Bitcoin eine „binäre Option“ ist und „entweder nahe bei 0 Dollar oder irgendwo zwischen 500.000 und 1.000.000 Dollar pro Token liegt. Alles, was dazwischen liegt, ist nur Teil des Wegs zu einem der beiden Extreme.“

Und da würde ich bei Bitcoin durchaus zustimmen, da der Preis rein von Angebot und Nachfrage getrieben ist. „Digitales Gold“ ist einfach nur so viel Wert, wie jemand dafür bezahlen will. Und unter anderem genau deswegen bin ich auch viel bullischer auf andere Blockchains wie die von Ethereum. Einfach schon, weil es hier viel mehr Usecases gibt. 🐂 🐂 🐂 😉

 

Prügel für Binance

In der vergangenen Woche haben globale Regulatoren, Behörden und Banken die Einschränkungen für Binance, die weltweit größte Kryptobörse, immer mehr verschärft.

In Großbritannien wurde der „Binance Markets Limited“ (eine in Großbritannien registrierte Binance Tochtergesellschaft) verboten, dort weiterhin Geschäfte zu machen, aufgrund von Geldwäsche Bedenken. Und auch Thailand reichte eine Strafanzeige gegen das Unternehmen ein.

Banken haben ebenfalls auf das behördliche Vorgehen gegenüber Binance reagiert. Die Santander Bank hat Zahlungen an Binance für britische Kontoinhaber blockiert, und die Zahlungsabwicklungsfirma Clear Junction hat vor kurzem die Verbindungen zur Börse gekappt.

Regulierungsbehörden spielen allerdings bereits seit Jahren Katz und Maus mit Binance. Das Unternehmen besteht darauf, keinen offiziellen Hauptsitz zu haben, was immer wieder Teil des Problems ist.

Keinen Hauptsitz zu haben bedeutet erstmal, dass auch keine Steuern gezahlt werden müssen. Kommt aber mit dem direkten Nachteil, dass sich auch kein Staat wirklich dafür einsetzt, weil eben niemand entsprechend bezahlt wird. Ein Teufelskreis!?
BTW In USA ist die Plattform eh nicht erlaubt.

Aber wenn der Handel mit Kryptowährungen schwieriger wird, sinkt auch das Handelsvolumen, der „Hype“ verpufft und die Preise sinken.

Wir werden sehen, wo die Reise von Bitcoin und Co. hingeht. Ich für meinen Teil halte nach wie vor sehr viel von der zugrundeliegenden Technik (die Coins sind nur das Nebenprodukt) und bleibe bullisch und gespannt. 😎

 

Quelle (aus dem Englischen) Decrypt

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